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Päivitetty 1.1.2002 – Palautteet |
Virittäjä-lehti > Hakemistot > Kirjoitukset ja tiivistelmät: 2/1998 (101) Marja Itkonen-Kaila Rechtsterminologie aus dem MittelalterIn dem von Mikael Agricola übersetzten Neuen Testament (1548) stehen einige Male die dem heutigen Sprachgebrauch fremde Wendung rikkoa henkensä 'sein Leben verwirken' (wörtlich: 'zerbrechen') sowie das entsprechende Substantiv hengenrikos 'Lebensverwirkung' (wörtl.: "Lebensverbrechen"). Im allgemeinen hält sich Agricola sehr genau an die Formulierungen in seinen Vorlagen auf Griechisch, Lateinisch, Deutsch und Schwedisch. Aber in diesem Fall weicht er deutlich von ihnen ab (z. B. Apostelgeschichte 25:25, Lat.: ego vero comperi nihil dignum morte eum fecisse; Luther: ich vernahm, das er nichts gethan hatte das des Todes werd sey; Agr.: ettei hen miten paha tehnyt ollut, josta hen olis hengens rickonut 'daß er nichts Böses getan hatte, weswegen er sein Leben verwirkt hätte'). Es handelt sich bei rikkoa henkensä offenbar um einen alten Terminus der Rechtssprechung, der Agricola bekannt war. Er dürfte bereits im Mittelalter als Lehnübersetzung von schwedisch förbryta sitt liv 'sein Leben verwirken', 'sich eines Verbrechens schuldig machen, das mit dem Tod bestraft wird' entstanden sein. Diese Wendung taucht einige Male in mittelalterlichen schwedischen Gesetzen und in der religiösen Literatur des Mittelalters auf. Die ersten Übersetzer, die (Ende des 16. Jahrhunderts und Anfang des 17. Jahrhunderts) die schwedischen Gesetze ins Finnische übertrugen, gebrauchten rikkoa auch allgemeiner im Sinne von '(wegen eines Verbrechens) verwirken'. Der Schuldige konnte z. B. auch sein Eigentum, sein Geld, ja sogar sein Ohr "verbrechen". Als Synonyme von rikkoa kommen in den ersten Gesetzesübersetzungen auch hukata, kadottaa, mistata 'verlieren, verwirken' vor. In der finnischen Übersetzung des schwedischen Reichsgesetzes (Sweriges Rikes Lag) von 1759 werden die schwedischen Wendungen mista od. förverka livet meist mit rikkoa henkensä übersetzt. Auf diese Weise wurde die Wendung für über hundert Jahre fester Bestandteil der finnischen Rechtssprache. Erst in der neuen Übersetzung von 1865 wurde sie durch die Wendung menettää henkensä 'sein Leben verlieren' ersetzt. An einer Stelle der finnischen Bibel (Apostelgesch. 25:11) hielt sich der von Agricola verwendete Ausdruck rikkoa henkensä bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts. |