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Päivitetty 9.1.2003 – Palautteet |
Virittäjä-lehti > Hakemistot > Kirjoitukset ja tiivistelmät: 4/2002 (106) Finnisch häät ’Hochzeit’ und andere Etymologien 1. Finnisch häät (Plur.) ’Hochzeit’ (wie bei anderen Festnamen ist der Singular nur in Zusammensetzungen gebräuchlich, z.B. hää-ateria ’Hochzeitsessen’), estnisch (ält. dial. [Ösel]) eias, Plur. eiad ’Schmaus, Begräbnisschmaus, Totenopfer, Hochzeitsschmaus’, südestnisch hähk (Plur. hähäd o. ähnl.) ’Hochzeit’ lassen sich lautgesetzlich auf kein gemeinsames ostseefinnisches Rekonstrukt zurückführen. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass die Wörter in eine nach-grundsprachliche Zeit gehören und spätere, parallele Entlehnungen aus einem fremden Original sind. Es gibt nur ein mögliches fremdes Original: mittelniederdeutsch hœg(e) (mit einem [über]offenen langen ö) u.a. ’fröhliches Fest, Festessen, öffentliche Festlichkeit einer Gesellschaft, Hochzeitsfeier’, das dieselben Bedeutungen auch in den neueren nd. Mundarten aufgewiesen hat. In lautlicher Hinsicht muss jedoch von einer delabialisierten Form, phonetisch *[hæ:g(e)], *[hæg], *[hæ:x], bzw. *[he:x], ausgegangen werden. Diese Delabialisierung (Ent- rundung) hatte in den ostniederdeutschen Randdialekten stattgefunden und wird auch in mehreren mittelniederdeutschen Lehnwörtern des Estnischen reflektiert. 2. Eine genaue lautliche Parallele bietet estn. (veralt.) lääne-puu ’Ahorn’ (Wiedemann) aus einer delabialisierten Form von mnd. lönen-holt ’Holz vom Spitzahorn’; der mnd. Vokal ist derselbe wie in hög(e). Das estnische Wort ist meines Wissens nicht bisher etymologisiert worden. 3. Finn. kestit (Plurale tantum) ’Fest, Festessen, Schmaus’ hat man bisher als eine Pluralform von finn. (historisch) kesti ’Einlieger; im Lande weilender ausländischer Kaufmann’ erklärt (altschwed. Lehnwort). Es kann jedoch vielmehr (weil semantisch viel besser) aus der semantisch identischen delabialisierten (= entrundeten) ostmnd. Form. kest(e) (Normalform köste) übernommen worden sein: vgl. ostpreußisch Kest, Kesting, Köst, Kösting, auch Käst, Kästing ’Hochzeit, Hochzeitsfest, Hochzeitsschmaus’, überhaupt ’Fest’, oder ’Festmahl’ (Frischbier I: 356–357)). Mit Danzig pflegte Finnland rege Beziehungen im Mittelalter. 4. Südestnisch mõõl, Gen. mõõlu ’Mahlschatz, Brautschatz’ (Wiedemann) wird aus mnd. mal- (belegt als ’Gerichtsversammlung’) erklärt: vgl. dt. Mahlschatz, mnd. malen ’verloben, vermählen’ (MndHwb II: 890–891), dt. vermählen. 5. Finn. peijas, normalerweise im Plur. peija(h)at ’Totenmahl; Gastmahl; Bärenfest; Hochzeit’ wird kurz aus indoiran. *paiyas (> aind. péya- ’Trankopfer, Trunk, Getränk’) erklärt. Eine genauere Behandlung dieser Etymologie in einem längeren Artikel ist vorgesehen. JORMA KOIVULEHTO |