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Päivitetty 27.6.2002  –  Palautteet

Virittäjä-lehti  >  Hakemistot  >  Kirjoitukset ja tiivistelmät: 2/2002 (106)

Präzisierungen zur sprachlichen Vorlage des Fragments des Evangelienbuches von Uppsala

Bei dem Fragment des sog. Evangelienbuches von Uppsala handelt es sich um ein Manuskript in finnischer Sprache, das aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt und Evangelien- und Episteltexte, also Perikopen zum Inhalt hat. Möglicherweise ist er eine Kopie einer verschollenen Textsammlung. Der finnische Übersetzungstext weist eine große Zahl von Stellen auf, die zeigen, dass er hauptsächlich aus dem Schwedischen übersetzt wurde. Für die zeitliche Datierung des Manuskripts ist es von zentraler Bedeutung, ob der Übersetzung das schwedische Neue Testament von 1526 (NT) oder die schwedische Bibel von 1541 (GVB) zugrunde liegt. Aarni Penttilä zeigt in seiner Untersuchung (1970), dass die Übersetzung Hinweise auf die Verwendung von sowohl NT als auch GVB beinhaltet; für wahrscheinlich hält er außerdem die Benutzung der Vulgata, als Möglichkeit zieht er zudem Einflüsse durch die lutherische Übersetzung in Betracht.

Da die Verteilung der NT- und GVB-Beispiele unter den Perikopen Fragen aufwirft, hat die Verfasserin die finnische Übersetzung nochmals durchgesehen und sie dabei mit den wahrscheinlichen Ausgangstexten verglichen. Es haben sich hierbei viele zusätzliche Hinweise auf die Benutzung von NT und GVB, sowie auch einige auf die Vulgata weisende Stellen ergeben; ein Einfluss Luthers scheint unwahrscheinlich. Aus der Gegenüberstellung des neuen Materials zur Verwendung von NT und GVB mit den von Penttilä aufgeführten Beispielen kann geschlossen werden, dass für bestimmte Perikopen ausschließlich NT und für andere ausschließlich GVB als Ausgangstext infrage kommt. Somit können in dem Fragment verschiedene Abschnitte identifiziert werden, die vermutlich zu verschiedenen Zeiten übersetzt worden sind.

Die Klärung des Entstehens und der Vorbilder dieses vermutlich ältesten erhalten gebliebenen finnischen Manuskripts erfordert allerdings zusätzlich zum philologischen Ansatz auch kirchenhistorische Forschungsarbeit.

Marja Itkonen-Kaila